Jede osteopathische Behandlung wird individuell auf die Symptome des Patienten angepasst

Ein ausführliches Erstgespräch (Anamnese) über den Grund von Konsultation, Krankengeschichte und Lebensgewohnheiten hilft dem Osteopathen, die Beschwerden zu beurteilen. Falls eine osteopathische Behandlung nicht in Frage kommt, verweist Sie Ihr Osteopath an einen geeigneten Spezialisten.

Anschliessend folgt eine klinische und osteopathische Untersuchung, bestehend aus Beobachtung, allgemeinen medizinischen und osteopathischen Tests sowie der Palpation. Die Palpation (Abtasten) ist die Grundlage der osteopathischen Diagnostik. Mit seinem trainierten Tastsinn sucht der Osteopath Bewegungseinschränkungen und Spannungen im Körper des Patienten.

Jede osteopathische Behandlung wird individuell auf die Symptome des Patienten angepasst und dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Reaktionen nach der Behandlung, wie kurzzeitige Verschlimmerung der Symptome, sind möglich und kein Grund zur Sorge. Der Verlauf der Behandlung ist vom Einzelfall abhängig.

Bewegung verbessert alle Körperfunktionen und fördert die körperliche und geistige Gesundheit, indem sie den Flüssigkeitsaustausch nicht nur in den Gelenken, sondern in allen inneren Organen wie Gehirn, Herz, Leber und Nieren anregt.

Osteopathie bei Schmerzen

Osteopathie kann als primäre Massnahme bei Störungen und Schmerzen helfen. Sie beschränkt sich nicht nur auf Befunde und bildgebende Verfahren, sondern versucht Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Strukturen im Körper (Skelett, Organe, Hirnhäute, etc.) zu betrachten und setzt auch dort mit einer Behandlung an.

Dank der Vielfalt und Bandbreite der osteopathischen Techniken können Schmerzpatienten von einer Behandlung profitieren. Osteopathie kann gut auch als begleitende medizinische Behandlung in einem interdisziplinären Rahmen eingesetzt werden.

 

Indikation für Osteopathie bei Schmerzen

  • Rückenschmerzen
  • Becken-/ Leistenschmerzen
  • Hexenschuss, Kreuzschmerzen
  • Neuralgie, Ischias
  • Schleudertrauma
  • Schulter-, Nackenbeschwerden / Verspannungen
  • Kopfschmerzen
  • Interkostalschmerzen
  • Kiefergelenkprobleme

Osteopathie während der Schwangerschaft und Rückbildungszeit

Während der Schwangerschaft unterliegt der Körper der Frau zahlreiche Veränderungen und Entwicklungen, um dem wachsenden Fötus gerecht zu werden. Hormonelle Veränderungen, Haltungsveränderungen, Gewichtszunahme und Bewegungsverlust verändern die Körperstatik.

Nach der Geburt muss sich der Körper zurückbilden, was erneuert zu grossen Veränderungen führt. Dies verlangt dem Körper einiges ab. Becken, innere Organe, Muskeln und Gelenke werden extrem beansprucht.

Die osteopathische Behandlung zielt darauf ab, die gesamte Bewegungsfreiheit zu erhöhen, Blockaden zu lösen und den Körper in ein neues Gleichgewicht zu bringen damit er sich den neuen Umständen optimal anpassen kann.

 

Indikation für Osteopathie während der Schwangerschaft und Rückbildungszeit

  • Rückenschmerzen
  • Becken-/ Leistenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Narbenschmerzen
  • Karpal-Tunnel-Syndrom
  • Verdauungsprobleme / Reflux
  • Vulvodynie

Kinderosteopathie

Vor, während und nach der Geburt können sich körperliche Spannungen bilden. Insbesondere bei Geburtsfehllagen, Geburt mit Hilfe der Saugglocke oder bei Kaiserschnitt. Für den zarten Babykörper stellt dies einen enorme Belastung dar. Während des Wachstums entwickeln sich die Kinder auf unterschiedlichen Ebenen. Sie lernen zu greifen, zu sitzen, zu krabbeln und zu laufen. Dabei durchlaufen sie ganz natürlich verschiedenste Phasen der Biomechanik sowie der Statik. Dazu gehören auch Stürze und Rückschläge.

Eine osteopathische Behandlung kann die unreifen und sich im Wachstum befindlichen Gewebe gezielt unterstützen und somit dem Kind bei seinem Wachstums- und Entwicklungsprozess eine begleitende Hilfe sein. Sie verbessert die allgemeine Gesundheit und stärkt zudem die natürlichen Ressourcen.

Die Cranio-Sacral-Therapie, mit ihren sanften manuellen Impulsen, eignet sich dabei besonders gut bei Neugeborenen. Mit minimalem Druck und feinen Bewegungen können dabei verschiedene „Störfelder“ auf den Schädelknochen, dem Kreuzbein und den Hirnhäuten behandelt werden.

 

Indikationen für Osteopathie bei Babys:

  • Schreikinder
  • Stillprobleme
  • Schädelasymetrie
  • Schiefhals
  • Reflux
  • Schlafstörungen
  • Nachbetreuung von Kindern bei Problemgeburten
  • Verdauungsprobleme: Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Koliken

Osteopathie und Verdauungssystem

Es bestehen enge physiologischen Zusammenhänge zwischen dem Muskelskelett-System und den inneren Organe (lateinisch: Viszera) sowie ihren umgebenden Strukturen. Die meisten Organe werden vom Bauchfell umhüllt. Bindegewebe verbindet die Organe untereinander und diese dann an das Skelett. Narben, Fehlhaltungen, Entzündungen oder Fehlfunktionen der Organe können zu Einschränkungen in der Eigenbewegung der Organe führen. Durch den gestörten Rhythmus können sich langfristig Verspannungen, Verklebungen oder chronischen Überlastungen bilden. Durch die Wechselbeziehung Skelett – innere Organe können sich Fehlfunktionen der Organe auch in Fehlhaltungen oder Verspannungen des Muskelapparat auswirken.

Eine osteopathische Behandlung kann durch eine sanfte manuelle Behandlung die freie Beweglichkeit der Organe im Bauch- und Brustraum wiederherstellen. Und fördert somit die Vitalität und Funktionsfähigkeit eines Organs

 

Indikationen für viszerale Osteopathie:

  • Verdauungstörungen
  • Hiatushernie
  • Reflux
  • Übelkeit
  • Narbenbehandlung nach Operationen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Beckenbodenschmerzen

Osteopathie und Sport

Sport stellt eine hohe Anforderung an den Körper. Spitzenleistung müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt abrufbereit sein. Das ist aber nur möglich, wenn der Bewegungsapparat optimal funktioniert und zusammenspielt. Dysbalancen und Fehlhaltungen können zu Überbelastungen, Beschwerden, Verletzungen oder sogar zu einem Leistungsabfall führen.

 

Eine osteopathische Behandlung kann Leistungs- und Breitensportler gezielt bei der Vorbeugung oder bei Beschwerden des Bewegungsapparats unterstützen. Sportosteopathie wird zur Unterstützung, Leistungssteigerung oder Optimierung der technischen Gestik angewendet und fördert den natürlichen Regenerationsprozesse.

 

Indikationen für Sportosteopathie:

  • Tennisarm
  • Verstauchungen
  • Sehnenentzündungen
  • Muskelverletzungen
  • Schulterschmerzen
  • Interkostalschmerzen
  • Leistenschmerzen
  • Golferellenbogen
  • Carpaltunnelsyndrom
  • Gelenkprobleme

Osteopathie und Prävention

Funktionsstörungen zeigen zu Beginn oft keine Symptome. Daher spielt die Prävention in der osteopathischen Behandlung ein wesentlicher Aspekt. Frühzeitiges erkennen und beheben von Dysfunktionen kann Muskelverspannungen, Muskelverletzungen, Gelenksüberbelastungen, Gleichgewichtsstörungen sowie Schmerzen verhindern und das Immunsystem stärken. Alle können von dieser Art von Prävention profitieren.

 

Indikationen für Prävention:

  • Stress
  • psychoemotionalen Spannungszuständen
  • Arbeitsbedingte Fehlhaltungen
  • bei Säuglingen nach einer langen / schwierigen Geburt
  • Vorbereitung / Regeneration bei sportlichen Tätigkeiten
  • Zur Unterstützung bei Probleme im Kiefer-Bereich